Lesedauer: 18.01.07 - 25.01.07
Margaret Weis - Das verbotene Land 2 (Drachensohn) (The Dragonvarld Trilogy 2: The Dragon's Son)
Inhaltsangabe des Verlags:
"Marcus und Ven sind Zwillinge, die nichts voneinander wissen und sehr unterschiedliche Väter haben. Marcus ist menschlich und magisch begabt, während Ven von der Hüfte abwärts ein Drache ist. Eines Tages bringt Vens Vater die Brüder zusammen
Eine grandiose Welt voller magischer Kräfte, starker Heldinnen und Furcht erregender Drachen!"Ich hatte letztes Jahr im Sommer den ersten Teil der Geschichte eher durch Zufall in der Bücherei gefunden und von da an auf das Erscheinen des zweiten Bandes gelauert, genauso wie ich jetzt auf den dritten Band warte...
Es geht um Drachen und Menschen, allerdings können die Drachen in M. Weis Büchern Menschengestalt annehmen und unerkannt durch die Menschenstädte wandern. Sie intregieren ebenso wie die Menschen und sie begehen Fehler. Aber sie sind nicht unsterblich, sondern eher der Welt so gleichgültig gegenüber eingestellt, daß sie teilweise Jahrhunderte in irgendeiner Höhle verschlafen. Dieses Verhalten nutzen die Drachen, die den Menschen nicht gleichgültig gegenüber stehen, natürlich aus. So kommt es, daß, im ersten Teil, ein Drache ein abseitsgelegenes Tal unter seine Herrschaft bringt. Er versklavt die Menschen und lehrt sie in ewiger Furcht vor den Drachen zu leben. Jeder Drache, der ihnen zu Hilfe kommen möchte, wird deshalb von den Menschen aufs erbitterste bekämpft. Gleichzeitig verfolgt der Drache den Plan Menschenmagie und Drachenmagie zu vereinen, indem er Kinder zeugen läßt, die Drachenblut in sich tragen. Doch die Kinder, die auf diese Weise entstehen, sind nicht wie normale Menschen, sondern eher zurückgebliebene, furchtsame Kreaturen. Einzig einer Frau gelingt es ein Kind zu bekommen, das die Vorteile beider Seiten in sich birgt, den Drachensohn. Er entstammt aus einer Vergewaltigung durch einen "bösen" Drachenmann. Im gleichen Zeitraum verliebt sich die Frau aber in einen jungen König und so bekommt sie Zwillinge, der eine Sohn des Drachen, der eine Sohn des Königs. Als sie stirbt, werden die Kinder in unterschiedliche Richtung gebracht, das eine Kind wird als Königssohn aufgezogen, der andere relativ lieblos und vernachlässigt im Wald von einer Kriegerin.
Als geübter Leser *g* erkennt man sofort, daß diese Kombination Schwierigkeiten birgt. Das vernachlässigte Kind muß sich zwangsläufig nach "mehr" sehnen, der verhätschelte Königssohn kann keine wirklichen Gefahren erkennen, und zwischen beiden erscheint immer wieder ein Hauptdarsteller aus dem ersten Band, der "guten" Drachenmann Drakonas, der verzweifelt versucht das Schlimmste zu verhindern. Aber wie im ersten Band ist er auch im Zweiten nur eine Randfigur, die zu häufig von oberflächlichen Entscheidungen beiseite geschoben wird. Anstatt sich um die Kinder zu kümmern oder wenigstens um den Vernachlässigten, läßt er einiges geschehen, daß schlußendlich den "bösen" Drachen hilft. Beide Jungen kommen als junge Männer in das Reich des Drachen und werden dort mit einer Frau konfrontiert (zukünftige Hauptperson?), die verschlagen, hinterhältig und einfach nur unmöglich ist (ich hätte sie liebendgerne irgendeinem Drachen zum Frass vorgeworfen!). Der Königssohn ist zu naiv, um ihr wahres Gesicht zu erkennen. Der Drachensohn dagegen weiß, wie sie wirklich ist, scheint sie aber dennoch zu lieben und täuscht schließlich sogar seinen eigenen Tod vor, um ihr und seinem Bruder die Flucht zu ermöglichen.
Der Drachensohn, der auch der Titel dieses Bandes ist, ist die interessantere Figur im Buch. Sein Bruder ist einfach nur zu gut, zu perfekt und zu wenig "gequält" oder wirklich geprüft. Für ihn ist das Leben die Suche nach einer Heldentat, Tod oder Unrecht gibt es für ihn irgendwie nicht. Drachensohn dagegen hat gelitten und eine geliebte Person verloren, er wurde getäuscht und ihm Unklaren gelassen und dennoch ist er nicht daran zerbrochen, sondern erscheint noch unklar. In folgenden Bänden kann er jederzeit der Bösewicht sein oder der Held. Die gesamte Entwicklung ist noch in der Schwebe und als ich noch daran glaubte, daß er gestorben ist, war ich wirklich traurig darüber, weil er ein sympathischer Charakter ist. Darum "stört" mich am Buch nur, daß sich das Ende nur um den Königssohn dreht. Ihm gelingt es als tapferer Held die "Jungfrau" zu retten, während sich sein Bruder "opfert" und der Königssohn wird die junge Frau sicherlich mit sich nach Hause nehmen und sich ehrenhaft um sie kümmern. Kurz und gut: Er langweilt!
Der Drachensohn dagegen ist auf den letzten Seiten verschwunden. Es tauchen noch einmal seine Gedanken auf, es wird klar, daß sein Tod nur gespielt war und dennoch scheint ihn die Autorin "vergessen" zu haben. Als wäre er nicht der Titelgeber dieses Bandes. Ich hätte mir gewünscht, daß sie ihm ein glorreiches Happy End zugestanden hätte, ein paar schlaue, zynische letzten Sätze des Buches oder ähnliches. Aber vielleicht baut sie seine Geschichte im nächsten Band weiter auf? Ich hoffe es...
Benotung:
Ein Fantasy-Roman um Drachen allein verdient schon fast die volle Punktzahl *gg* Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut, unterhaltsam und nicht mal stellenweise langatmig, die Charas werden überzeugend geschildert und der Plot ist spannend. Einzig das "offene" Ende um den Drachensohn und das Überleben der Zicke stören mich und darum...
8 von 10 Punkten